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Petrus-Weg: Equipen übernehmen Verantwortung
Petrus-Weg: Equipen übernehmen Verantwortung
© Poell/Bistum Limburg

Petrus-Weg: Equipen übernehmen Verantwortung

Erkundungsfahrt des Bezirks Limburg nach Bonn

Seelsorger aus dem Bezirk Limburg haben sich auf einer Erkundungsfahrt über das Modell von Gemeindeleitung in der Pfarrei St. Petrus in Bonn, den sogenannten Petrus-Weg, informiert. "Es war beglückend, Menschen zu treffen, die ihre Aufgabe in der Kirche mit so viel Eifer und Begeisterung wahrnehmen und mit Freude und Engagement von ihren Erlebnissen auf dem Petrus-Weg erzählen", sagte Bezirksreferent Georg Poell über den gemeinsamen Austausch und die Gespräche mit den Engagierten vor Ort.

Seit 2010 sammelt Pfarrei Erfahrungen

In der Pfarrei in Bonn gestalten Equipen, damit sind Leitungsgruppen mit bis zu sechs Personen gemeint, verantwortlich das Leben der Gemeinde vor Ort, bereichern und inspirieren die Gemeinde und arbeiten mit dem Pfarrgemeinderat und dem Pfarrer der Gemeinde zusammen. Sie bestehen aus Verantwortlichen für die drei Grundfunktionen der Kirche: Liturgie, Verkündigung und Caritas. Nach einer mehr als dreijährigen Vorbereitungszeit und einer intensiven Beschäftigung mit dem Beispiel der französischen Diözese Poitiers wurde 2013 die erste Equipe für drei Jahre beauftragt und ausgesandt. Weitere Equipen wurden später beauftragt. "Damit ist die Pfarrei St. Petrus in Bonn in Deutschland wohl die Adapation der Anregungen aus Poitiers, die mit dem Petrus-Weg seit der ersten Beauftragung 2013 und der Befassung seit 2010 über die längsten Erfahrungen verfügt", sagt Poell.

Fokus liegt auf Charismen

Bei der Suche nach Mitgliedern einer Equipe spielten Charismen eine große Rolle. "Die Mitglieder wurden in einem einvernehmlichen Verfahren durch Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie dem Pfarrgemeinderat gesucht", erklärt Poell. Dabei liege der Fokus auf Charismen, die sich in den Gemeinden gezeigt hätten, erkannt worden sind und dann bereit waren, sich rufen zu lassen. "Es gibt weder eine Selbstbewerbung noch eine Wahl."

Was aber hat der Petrus-Weg bewirkt? Aus den Gesprächen sei laut Poell deutlich geworden, dass sich die Equipen als Team verstehen. Viele Mitglieder hätten deutlich gemacht, wie bereichernd die Zeit für sie ist und war. Die Arbeit der Leitungsgruppen strahle außerdem ins Gemeindeleben aus. Die Mitglieder würden nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Gemeinde als Gruppe von Überzeugten wahrgenommen werden und gäben Kirche vor Ort ein konkretes Gesicht. Da die Teams auch ausprobieren und keine Agenda bearbeiten müssten, könnten auch innovative und kreative Ideen entwickelt werden. Laut Poell stehe es den Gruppen frei, eigene Schwerpunkte zu finden und zu gestalten.

Einen eigenen Weg für die Situation im Bezirk suchen

Deutlich sei aber auch geworden, dass der Petrus-Weg eine Zeit der Vorbereitung brauche. "Zuvor gab es ein langjähriges Einüben von geistlichen Wegen und Perspektiven", erklärt Poell. Der Petrus-Weg ist kein Programm, das einfach umgesetzt werden könne und jeden in der Pfarrei überzeuge. Von den drei Gemeinden in der Pfarrei habe man in einer Gemeinde keine Equipe finden können. "Die Pastoralerkundungsfahrt hat uns im Bezirk Limburg deutlich vor Augen geführt, dass wir unseren Weg für unsere Situation suchen und finden müssen", sagte Poell. "Die Begegnungen auf dem Petrus-Weg waren für uns wichtige, bereichernde und inspirierende Anregungen – jetzt müssen wir hier unseren Weg weiter gehen."

Weitere Informationen zum Petrus-Weg unter www.sankt-petrus-bonn.de

Bezirksdekan Pfarrer Andreas Fuchs (Mitte) hatte zu der Erkundungsfahrt eingeladen. © Poell/Bistum Limburg
Bezirksdekan Pfarrer Andreas Fuchs (Mitte) hatte zu der Erkundungsfahrt eingeladen. © Poell/Bistum Limburg
© Poell/Bistum Limburg