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Unterstützen und motivieren

Workshop beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen
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Das Bistum arbeitet bereits seit längerem an einer Ehrenamtsstrategie. Ein zentraler Punkt dabei ist die Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen. © C.Mann/Bistum Limburg

Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Kirche verbessern? Etwa 35 Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Bistum Limburg haben bei einem Workshop-Tag am 9. März im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden konkrete Ideen entwickelt: Die Teilnehmer sprachen sich unter anderem dafür aus, ehrenamtliche Tätigkeiten in Aufgabenbeschreibungen genauer festzulegen, diözesane Handlungsempfehlungen für die Ehrenamtsarbeit zu formulieren, die Rahmenbedingungen einer kirchlichen Ehrenamtsarbeit auf einer Internetplattform zu kommunizieren sowie eine Mediationsstelle bei Konflikten und Beschwerden zu schaffen. Die Teilnehmer regten außerdem an, mit Schulungsangeboten erste Schritte zu einer Feedback-Kultur im Bistum Limburg zu gehen.

Breiter Diskussionsprozess

„Wir erleben immer wieder, dass ehrenamtliche Mitarbeiter sich von Verantwortlichen mehr Unterstützung wünschen und sich ausgebremst fühlen. Mit den Ideen, die wir an diesem Tag gemeinsam entwickelt haben, wollen wir gegensteuern und die Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Kirche nachhaltig verbessern“, erklärt Birgit Henseler, Referentin für Engagement und Charismenförderung im Bistum Limburg. „Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen ist ein zentrales Thema im Prozess der Kirchenentwicklung.“ Deshalb habe man sich auch entschlossen, die Fragestellungen in einem breiten Prozess zu diskutieren.  „Dieser gemeinsame Diskurs ist wichtig, damit wir auf dem Weg der Kirchenentwicklung vorwärts kommen können.“ Menschen aus dem ganzen Bistum arbeiteten Hand in Hand.

Die Workshop-Teilnehmer stammten aus verschiedenen Pfarreien, dem Bischöflichen Ordinariat, unterschiedlichen kategorialen Seelsorge-Bereichen, katholischen Einrichtungen und dem Caritasverband. In verschiedenen Gruppen wurden vier Schwerpunktthemen bearbeitet: Kommunikation, Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Ehrenamtskultur und Haltungen sowie Rollen und Rollenverständnis.

Die Taufwürde jedes Christen ernstnehmen

„Jeder Christ hat durch seine Taufe Anteil an der Sendung der Kirche. Wie können wir das sichtbarer machen? Wo zeigt sich sowohl für Ehrenamtliche als auch für Hauptamtliche, dass die Talente und Charismen, die Menschen mitbringen, in der Kirche auch wahrgenommen werden?“, fragt Henseler. Es gehe darum, die bisherigen Denkmuster in Haupt- und Ehrenamt zu überwinden und ein wertschätzendes Miteinander im gemeinsamen Dienst der Kirche zu ermöglichen. Zentral sei dazu eine gute Kommunikation. „An einer guten Kommunikation und klaren Vereinbarungen der Zusammenarbeit zeigt sich, ob haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter gleichberechtigt, anerkannt und wertgeschätzt werden“, so Henseler. In diesem Kontext hätten die Teilnehmer auch die Synodalordnung des Bistums Limburg genannt, die wesentliche Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern festschreibe. Die Teilnehmer sprachen sich für ein Workshop-Format zur Synodalordnung aus, das sich an Pfarrgemeinderäte, Verwaltungsräte und Mitglieder von Ortsausschüssen zu Beginn ihrer Amtszeit richtet und die Mandatsträger bestärken soll.   

Bereits seit mehr als einem Jahr arbeitet das Bistum an einer Ehrenamtsstrategie. Auf Initiative einer Netzwerkgruppe wurde 2018 ein erster Workshop durchgeführt, bei dem 35 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen wichtige Fragen und Themen sammelten. Im Anschluss arbeiteten Kleingruppen an verschiedenen Feldern weiter. Geplant sind aktuell eine Ausbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zum Thema Ehrenamtskoordination sowie Schulungen zur Leitung und Moderation von Sitzungen und Arbeitskreisen. Die Gruppe will Pfarreien und Einrichtungen außerdem Textbausteine und Vorlagen für Ehrenamtszeugnisse und Bescheinigungen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wird derzeit eine einheitliche Fahrtkostenerstattung für ehrenamtliche Mitarbeiter diskutiert. „Seit dem ersten Workshop sind einige wichtige Anliegen zur Ehrenamtsförderung angestoßen worden. Bei einigen befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden“, betont Susanne Gorges-Braunwarth, Mitglied der Netzwerkgruppe und Leiterin der Abteilung Pastoral in Netzwerken. Bei anderen stehe man noch am Anfang. „Der zweite Workshop war lebendig und intensiv. Eine wichtige Erfahrung ist, dass die Anliegen der Kirchenentwicklung nur gemeinsam vorangebracht werden können.“